Umweltbildung in Kenia

 

Taka taka - Abfall überall

Abfall belasten nicht nur die Ozeane, sondern auch die Lebensqualität der lokalen Gesellschaften in Entwicklungsländern: Verbrannter Plastik entwickelt giftige Gase, Regenfälle schwemmen den Müll in den nahe gelegenen Indischen Ozean, und herumliegender Abfall birgt Verletzungsquellen: Die farfuss speilenden Kinder verletzen sich an herumliegenden Glassplitter und Blechdosen. Zusätzlich verschmutzen diese Abfälle das Grundwasser, was oft ungefiltert getrunken wird.

In Kenias Grossstädten Nairobi und Mombasa stehen funktionierende Abfallsysteme erst in den Kinderschuhen. ekwal geht das Problem an seinem Ursprung an: Zusammen mit einem kenianischen Startup fördern wir den Aufbau eines funktionierenden Abfallsystems in Ukunda.

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Kombination von Umwelt und Bildung

Mit einem Umweltbildungsprojekt sensibilisieren wir die junge Generation in Kenia für diese Thematik. Wir wecken bei den kenianischen SchülerInnen die Begeisterung für die Natur und zeigen ihnen, wie sie sich für die Umwelt starkmachen können. In Kenias Lehrplan werden Umweltthemen noch fast keine Beachtung geschenkt. Wir ändern das mit unserem neuen Umweltbildungsprojekt.

 
Taka taka – so wird der Müll in Swahili ge-
nannt – klingt nach einem spassigen Wort, ist aber in Wahrheit eine der grössten Umweltsünden.
— Stefanie Brenner, Präsidentin Verein ekwal
 

Durchdachtes Recycling-Konzept

Das im Juni 2018 von Kenianern gegründete Startup KPPC sagt dem Abfall den Kampf an. KPPC erstellt Entsorgungsstationen inmitten vieler Dorfteile Ukundas, worin die Bewohner Ukundas ihren Abfall sortiert nach Plastik, Metall, Glas und Papier entsorgen können.

Wöchentlich leeren die Angestellten von KPPC die Stationen und bringen den Abfall ins Depot. Hier wird der Abfall fein sortiert und sicher gelagert. Mittels Maschinen basierend auf etablierten Technologien wird der Müll zu neuen Produkten verwandelt. Aus Plastikabfällen entstehen beispielsweise Dachziegel und andere Baumaterialien aus Hartplastik. Papier wird mit Kokos- und Baobabschalen vermengt und zu Briketts verarbeitet.

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ekwal und KPPC spannen zusammen!

Im Oktober 2018 haben Stefanie und Milan das Team von KPPC kennengelernt. Seit da stehen wir im regelmässigen Kontakt. Oliver konnte sich im März 2019 selbst ein Bild des riesigen Depots und der Arbeitsweise von KPPC verschaffen. Uns fasziniert die unbändige Motivation des KPPC-Teams, ihr gut durchdachtes Konzept sowie deren Kontakte mit Umweltingenieuren der Universitäten in Nairobi und Mombasa. Schnell war für unseren Verein ekwal klar, dass wir mit KPPC den perfekten Partner für unser Umweltbildungsprojekt gefunden haben.

 
 

Umweltbildung in der Shine School

Im Oktober 2018 haben wir das erste Mal eine Umweltwoche in der Shine School durchgeführt. Dieser gliederte sich in vier Teile. Das Programm kann einfach auf weitere Schulen adaptiert werden. So wurde vereinbart, dass KPPC zusammen mit unserem Verein ekwal zukünftig weitere Umweltwochen in anderen Primar- und Sekundarschulen der Region umsetzt.

 
 

1. Sensibilisierung der Upper Primary

Wir vermitteln den SchülerInnen der 4. - 6. Klasse die Abfallproblematik auf spielerische und doch ernste Weise. Wir zeigen den Kindern den Weg auf, den ein Plastikstück machen kann: Vom Abfallberg in den indischen Ozean zum Fisch, der schlussendlich wieder auf den Speisetellern landen.

In einem zweiten Teil sortierten die Kinder verschiedene Arten von Abfall (z.B. Bananenschale, PET-Flasche, Chipspackung, Papierschnipsel, Metalldose, etc.) nach Dauer der Zersetzung in den Ozeanen. Hiermit wird den SchülerInnen der Unterschied zwischen organischem und künstlichem Abfall aufgezeigt und welche Materialen wie viele Jahre in den Ozeanen verbleiben.

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2. Cleaning inkl. Abfalltrennung

Ausgerüstet mit grossen Säcken sammeln die SchülerInnen den herumliegenden Abfall auf der Strecke von der Schule bis zum nahe gelegenen Strand ein - sortiert nach Plastik, Glas, Metall und Papier. Am Strand angekommen, stand der Spass im Vordergrund. Obwohl der Strand so nah ist, verbringen die wenigsten Kinder Zeit am Meer. Sandburgen bauen und sich mit Mitschülern im Wettrennen messen ist für die nächsten zwei Stunden angesagt.

Anschliessend ging die Gruppe mitsamt dem gesammelten Abfall zurück zur Schule, wo der Abfall in den entsprechenden Entsorgungsstationen platziert wurde. So wird den SchülerInnen die Abfalltrennung spielend vermittelt.

 
 

3. Recycling-Workshop

Im Recycling-Workshop am nächsten Tag lernten die Kinder, wie Abfallprodukte oder scheinbar nutzlose Stoffe auf kreative Art in neuwertige Produkte oder schöne Kunstwerke umgewandelt werden. Ein lokaler Künstler zeigte den Kindern, was man aus dem gesammelten Material vom Vortag basteln kann. Es entstanden Blumenvasen aus Papiermaché oder Fingerringe aus Draht und Strohhalmen.

Im kenianischen Schulunterricht ist Malen oder Basteln oft vergeblich zu suchen. Dank des Recycling-Workshops entwickeln die Kinder ihre Kreativität und leben diese aus. Zudem hat der Recycling-Workshop einen weiteren schönen Nebeneffekt: Die Kinder können das Gelernte einfach zuhause während der Schulferien anwenden. Für ihre Kunstwerke muss nichts Zusätzliches eingekauft werden - sie müssen lediglich den herumliegenden Abfall einsammeln und mit Basteln beginnen.

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4. Eigene Entsorgungsstation in Schulnähe

Zum Abschluss der Umweltwoche wird eine Entsorgungsstation ausserhalb des Schulareals platziert. Zusammen mit dem Direktor und den Lehrern wird ein “Ämtliplan” erstellt. Wöchentlich ist eine andere Klasse für die Entsorgung des Schulabfalls verantwortlich. Die Station befindet sich bewusst ausserhalb des Schulareals, damit die Station auch für die Dorfbevölkerung zugänglich ist.

 
 
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Projektkosten

Der Preis für eine Recyclingstation beträgt umgerechnet CHF 500.- Darin enthalten sind die Material- und Herstellungskosten sowie die laufenden Unterhaltskosten. Zu den Unterhaltskosten gehört, dass die Stationen dreimal wöchentlich von den KPPC-Angestellten auf Sauberkeit und Ordnung kontrolliert und einmal wöchentlich geleert werden.

Für die Durchführung und Organisation der jeweiligen Umweltwochen an den Primarschulen in Ukunda (ca. 35 private Primarschulen) bezahlt ekwal KPPC einen Beitrag von CHF 250.- pro Schule. Mit diesem Beitrag werden die Recycling-Maschinen quersubventioniert und Löhne bezahlt.

Fazit

Dank diesem Umweltbildungsprojekt kann der Verein ekwal bestmögliche Ergebnisse einer nachhaltigen Entwicklung vor Ort erzielen. Dank einem gut durchdachten Konzept für die Umweltwoche ist der Initialaufwand bereits erledigt. KPPC stellt die Res-sourcen mit ihren Mitarbeitenden für die Umweltbildungs-Lektionen sicher und der Verein ekwal unterstützt sie finanziell. Zwischen ekwal und KPPC findet ein reger Austausch statt.

Der Ausbau eines funktionierenden und in sich geschlossenen Entsorgungssystems hilft nicht nur der Umwelt und der Gesundheit der Bewohner Ukundas, sie schafft auch Arbeitsmöglichkeiten und längerfristig Ausbildungsplätze.

 
 
 

Unterstütze uns bei der Realisierung unseres ersten Umweltprojekts:

 
 
 
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